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435 Betriebe im Bezirk der IHK-Arnsberg haben sich an der Konjunkturumfrage ihrer Interessensvertretung im Januar 2025 beteiligt. Deutlich wird: Industrie und Handel im Kreis Soest und Sauerland setzen große Hoffnung in einen Politikwechsel.
Dem Anspruch, optimistisch zu bleiben, genügte der Chefvolkswirt der IHK Hellweg-Sauerland, Stefan Severin, dann doch nicht. Zu dramatisch bewerten vor allem die Industrie und der Großhandel ihre wirtschaftliche Lage. Da hilft keine marginale Verbesserung gegenüber dem Herbst: Der Gesamtsaldo, errechnet aus der Lage und den Erwartungen der heimischen Betriebe, hat einen schlechten Score. Immer noch bewerten mehr als 30 Prozent der Unternehmen ihre Situation als „schlecht“. Wenig überraschend: Besonders die Industrie ächzt unter der Last der strauchelnden Konjunktur.
Warum das so ist, das erläuterte im Rahmen des Quartalsgesprächs der IHK in Arnsberg unter anderem Verena Adler, Geschäftsführerin der Westkalk, Vereinigte Warsteiner Kalkindustrie. Wenn auch ihr Betrieb nicht produziert, so wisse sie doch, wo auch anderen Mittelständlern der Schuh drückt: „Immer mehr Bürokratie, immer mehr Regulierung.“ Sie nennt das Beispiel des „Environmental, Social und Governance“, kurz ESG, einer EU-Richtlinie, die von den Unternehmen eine enge Dokumentation ihres nachhaltigen und ethischen Handelns fordert.
Lähmende bürokratische Prozesse
Es ist eines von vielen Beispielen, die Adler und die Vertreter der anderen Branchen für lähmende bürokratische Prozesse fanden, die aus ihrer Sicht größter Hemmschuh der Konjunktur sind – im Kreis Soest, im Sauerland, in ganz Deutschland. Dabei verwies Ingo Ritter, der als Vertreter der Sparkasse Mitten im Sauerland die Finanzen repräsentierte, ausdrücklich auch auf die hohe Widerstandsfähigkeit, die die Unternehmen im IHK-Bezirk zeigen. Das machte er auch an der zuvor von Stefan Severin genannten Zahl der Betriebe fest, die um ihre Zahlungsfähigkeit besorgt sind: 2,5 Prozent der 435 befragten Unternehmen gaben an, eine Insolvenz nicht auszuschließen. Dieser Wert, da war Ritter überzeugt, dürfte andernorts viel höher sein.
Und doch: Der Klimaindikator, den die IHK errechnet, um Lage und Erwartung abzubilden, ist mit nun 84 immer noch von der Wachstumsgrenze von 100 Punkten entfernt. „Es fehlt an Schwung und echter Zuversicht“, sagt IHK-Präsident Andreas Knappstein. Das zeigt der pessimistische Blick der Unternehmer ins kommende Jahr. Zwei Drittel rechnen demnach mit einer schwachen Nachfrage bei steigenden Arbeitskosten. „Höhere Preise infolge von gestiegenen Mindestlöhnen und Gehältern lassen sich oft schwer am Markt durchsetzen“, sagt Knappstein.
Auf vielen Fragebögen sei der Wunsch eines Regierungswechsels „explizit ausformuliert“ gewesen. Andreas Knappstein geht da mit: Die Notwendigkeit, die Wirtschaft zu stärken, sei offenbar bei allen Parteien angekommen. „Wenn man die Plakate so sieht, dann wollen sie ja alle das Gleiche.“
Maut und Mindestlohn, hohe Energie-, Liefer- und Baukosten: die Liste der Wünsche, wo die Politik zuerst angreifen müsste, ließe sich beinahe unendlich fortsetzen.
Auf einen Nenner gebracht, was ganz oben stehen muss, erntete Ingo Ritter Zustimmung für den Satz „Weniger ist mehr“. Die Wirtschaft machen lassen, Investitionen ermöglichen, deregulieren – das dann noch unterstützt von einer guten digitalen und einer funktionierenden Verkehrs-Infrastruktur: so könnte die IHK bald wirklich wieder optimistisch sein…
Konjunkturumfrage Januar
Die Industrie im Bezirk der IHK Arnsberg bleibt schwach ausgelastet, die Ertragssituation hat sich in den vergangenen drei Jahren permanent verschlechtert. „Gerade bei den Energiekosten ist es weiterhin dringend geboten, an den politischen Stellschrauben zu drehen“, fordert IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Nolte.
Im Branchenranking ganz unten steht der Großhandel. In den vergangenen vier Monaten sei die Auftragslage dramatisch eingebrochen, heißt es von der IHK. Der Einzelhandel beschreibe seine Lage besser; ohnehin liefen die Geschäfte in den verbrauchernahen Branchen besser als in den B2B-Sektoren. So habe das Gastgewerbe wieder ein positives Lagesaldo erreicht. Personenbezogene Dienstleister entwickeln sich demnach besser als unternehmensnahe.
Die Lage der Bauwirtschaft habe sich erneut verschlechtert, berichtet die IHK. Lange habe die Branche von einem hohen Auftragsbestand zehren können, das sei weitgehend aufgebraucht. Während der Tief- und Ausbaubereich noch stabil sei, zeige der Hochbau Schwäche. Der Verkehssektor legte bei der Lagebewertung sogar leicht zu.
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