Datenerhebung in der Bundesliga: Kimmich, aber auch ein Kiel

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Stand: 31.01.2025 17:36 Uhr

Die Passquoten sind das eine, die Erfolgsquote bei Pässen unter Druck ist aussagekräftiger. Die Bestenliste für die Bundesliga hält an der Spitze keine Überraschungen parat, dahinter aber schon.

Es gab schon vor Jahren Vereine, die scouteten mögliche Neuzugänge vor allem auch auf der Basis von Daten. Wer ist wie häufig am Ball, wer nimmt den Ball wie oft so an, dass er sofort mit dem Gesicht auf das gegnerische Tor blickt, wer hat die beste Passquote, wer gewinnt die meisten Zweikämpfe.

Auf dem Gebiet der Datenerhebung im Fußball ist viel passiert in den vergangenen Jahren. Immer tiefer gehen die Analysen ins Detail, weil die reine Passquote eben sehr wenig über die Qualität eines Spielers sagt. Gehen die Pässe nach hinten zum Innenverteidiger, der nicht angelaufen wird, oder gehen sie nach vorne, um eine Pressinglinie zu überspielen?

Weiteres Kriterium, das deutlich aussagekräftiger ist als die reine Passquote: In welcher Spielsituation befindet sich der Passgeber? Hat er Zeit, hat er Raum? Hat er sogenannten Gegnerdruck? Wird er also bedrängt, von einem, vielleicht sogar von zwei Gegnern? Geht es um ein Kopfballduell? Ist es vielleicht gar ein Mittelstürmer im Luftkampf mit einem Torwart? Zusammengefasst werden die Situationen mit „unter Druck“.

Kiels Knudsen mischt unter Spielern von Topklubs mit

Die folgenden Tabellen berücksichtigen Spieler der Bundesliga, die mindestens auf zwei Drittel der möglichen Einsatzzeiten kommen. Die Ergebnisse an der Spitze sind wenig überraschend. Die beste Passquote unter Druck hat Joshua Kimmich vom FC Bayern. Der Kapitän der Nationalmannschaft kommt auf 92,5 Prozent angekomener Pässe in Bedrängnis.

Auch Granit Xhaka von Bayer Leverkusen dürfte in den Top Ten erwartet worden sein. Dass Julian Ryerson von Borussia Dortmund vor ihm liegt, dürfte schon mehr überraschen. Auch dass es mit Magnus Knudsen ein Profi von Aufsteiger Holstein Kiel unter die die besten zehn Spieler schafft, denn die anderen neun spielen bei Klubs, die im Europapokal vertreten sind.

Starke Passquote bei Offensivspielern noch höher zu bewerten

Die Mehrheit der Spieler aus den Top Ten wird meistens in der Abwehr und dem defensiven Mittelfeld eingesetzt. Dort ergibt sich häufiger als weiter vorne die Möglichkeit, unter Druck einen Rückpass zu spielen, vielleicht sogar mit mehreren Anspielpositionen.

Bei Spielern wie Enzo Millot vom VfB Stuttgart und Michael Olise vom FC Bayern ergeben sich solche Optionen seltener, daher ist ihre Quote und ihr Erscheinen in der Top Ten umso höher zu bewerten.

Beste Passquote unter Druck
Spieler Verein Quote (in %) Pässe/angekommen
1. Joshua Kimmich

FC Bayern

92,5

320/296

2. Jonathan Tah

B. Leverkusen

91,3

138/126

3. Julian Ryerson

Bor. Dortmund

89,7

156/140

4. Granit Xhaka

B. Leverkusen

89,5

357/399

5. Alphonso Davies

FC Bayern

88,5

234/207

6. Enzo Millot

VfB Stuttgart

88,4

275/243

7. Magnus Knudsen

Holstein Kiel

88,3

94/83

8. Ellyes Skhiri

Eintr. Frankfurt

87,6

170/149

9. Pascal Groß

Bor. Dortmund

87,4

182/159

10. Michael Olise

FC Bayern

87,2

336/293

(Datenbank: Sportec Solutions)

In der Bundesliga gibt es nach 19 Spieltagen 112 Profis, die auf mehr als zwei Drittel der möglichen Einsatzzeit kommen. Die schlechteste Passquote unter Druck weist mit Tim Kleindienst ein Mittelstürmer auf. Für ihn und andere Zentrumsstürmer wie Bochums Philipp Hofmann ergeben sich kaum Situationen ohne Druck des Gegners. Zudem spielen sie ihre Pässe in der Regel in einem Bereich des Spielfeldes, in dem der Gegner mit Macht verhindern will, dass gerade ein Quer- und auch Steilpass ankommen. Insofern sind schwache Quoten bei Angreifern nicht so gravierend für Mannschaften wie bei Defensivspielern.

Bedenklich sind eher schwache Quoten bei Verteidigern. Mit Jonas Föhrenbach und Benedikt Gimber liegen gleich zwei Stammspieler aus der Viererkette des 1. FC Heidenheim auf den hintersten Plätzen. Ähnlich besorgt dürfte Freiburgs Trainer Julian Schuster auf die Statistiken blicken, denn mit Lukas Kübler und Weltmeister Matthias Ginter finden sich auch zwei Abwehrspieler seines SCF unter den zehn Spielern mit den schwächsten Passquoten unter Druck.

Schlechteste Passquote unter Druck
Spieler Verein Quote (in %) Pässe/angekommen
103. Lukas Kübler

SC Freiburg

65,0

117/76

104. Loïs Openda

RB Leipzig

64,9

134/87

105. Philipp Hofmann

VfL Bochum

64,7

173/112

106. Timo Becker

Holstein Kiel

64,4

104/67

107. Matthias Ginter

SC Freiburg

64,0

89/57

108. Felix Passlack

VfL Bochum

62,6

123/77

109. Jonas Föhrenbach

1. FC Heidenheim

61,9

113/70

110. Denis Vavro

VfL Wolfsburg

60,8

51/31

111. Benedikt Gimber

1. FC Heidenheim

60,0

95/57

112. Tim Kleindient

Bor. Mönchengladbach

59,8

199/119

Wirtz und Xhaka extrem sicher

Die Top Ten der Spieler mit der besten Passquote unter Druck verpasst Florian Wirtz. Aber dafür gibt es gleich mehrere Erklärungen. Der Nationalspieler wird von allen Gegnern als große Gefahr ausgemacht, daher ganz besonderer Wert darauf gelegt, ihm wenig Zeit und wenig Raum zu geben.

Als offensiver Mittelfeldspieler, der gerne auch in die erste Linie rückt, hat Wirtz zudem – siehe oben – in der Regel weniger Optionen, einen Pass an einen Kollegen zu bringen. Zudem ist Wirtz sehr oft am Ball. Er spielte 480 Pässe unter Druck und damit als einziger Bundesligaprof bislang mehr als 400. Davon brachte der Nationalspieler knapp mehr als 85 Prozent an einen Mitspieler – herausragend.

Meiste Pässe unter Druck
Spieler Verein Quote (in %) Pässe/angekommen
Florian Wirtz

B. Leverkusen

85,2

480/409

Granit Xhaka

B. Leverkusen

89,5

399/357

Angelo Stiller

VfB Stuttgart

85,1

383/326

Romano Schmid

Werder Bremen

80,7

373/301

Michael Olise

FC Bayern

87,2

336/293

Joshua Kimmich

FC Bayern

92,5

320/296

Alejandro Grimaldo

B. Leverkusen

83,7

283/237

Enzo Millot

VfB Stuttgart

88,4

275/243

Ritsu Dōan

SC Freiburg

76,6

274/210

Vincenzo Grifo

SC Freiburg

80,3

259/208

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